2. Matzes Antwort, warum Franzosen nur franzöische Freunde haben: "because you eat frogs"- auf gute Nachbarschaft!
(Matzes Snus-Premiere)
Frühling in Stockholm
...kein einziges Wölkchen!
Improvisiertes Fondue für die Finnen.
Beschwerte ich mich in meinem letzten Blogeintrag noch wegen fehlendem Schlaf, kam dieser schneller als gedacht. Freitag kamen Krista, Teemu und Ulrika zum Fondueessen vorbei und ich kann sagen, dass Käseklumpen und Kirsch eine ausgezeichnet einschläfernde Wirkung auf mich haben. Somit trat ich Samstag (!!!) ausgeruht um 9h zu meiner ersten Prüfung an. Schwedische Gesellschaftswissenschaft auf Schwedisch- schwedische Politik- grandios! Zum Glück konnte ich mich im Vorfeld aufgrund mangelnder Brisanz des Themas nicht zum lernen aufraffen, die Prüfung war wirklich intelligenzbeleidigend. Jetzt hoffe ich, meine sprachlichen Unfähigkeiten lassen meine Antworten nicht so aussehen, dass ich zur Wiederholung antreten muss, denn dann ist noch etwas anderes beleidigt: ich- egal ob ich über die schwedische Thronfolge bescheid weiss, oder nicht.
Nach der Prüfung wurde ich mit einem sommerlichen Sonnentag belohnt, die Schweden liefen promt alle in kurzen Hosen rum (wobei das ja nur bei den "Herren" der Schöpfung (ich verzichte hier auf die immer wieder aufkommende Diskussion, den Stockholmer Männern fehle es etwas an Thestosteron), die "Damen" laufen ja auch im Winter in Sandalen (natürlich mit high heel) rum). Voller Freunde holte ich am frühend Abend Nils, Gordon und Matze ab, um sie nach dem Umweg zur Jugendherberge (mein Zimmer ist etwas zu klein für 3 Zipfelmeister) ins schöne Lappis zu führen. Kaum auf dem Campus angekommen, wurde uns jedoch schlagartig vor Augen geführt, dass auch in Schweden auch an den sonnigsten Tagen nicht immer die Sonne scheint, denn wir liefen geradewegs in eine grosse Gruppe weinender Jugendlicher. Eine 16-Jährige hat sich Samstag bei der Uni T-bana-Station vor eine U-Bahn geworfen. Aus die Maus und seitdem stehen brennen Kerzen, liegen Blumen, Briefe und Stofftiere auf einem Stein vor der Station.
So schrecklich dies ist, die Laune wollten wir uns dennoch nicht verderben lassen. Darum widmeten wir uns den Mitbringseln aus der Schweiz und liessen in französischer Begleitung den Abend beginnen, um ihn im Anchor ziemlich bald ausklingen zu lassen (also ich, die anderen fanden auf dem Weg in die Jugi (über eine Stunde zu laufen) noch eine komische Spelunke). Am Sonntag traf man sich dann mittags, um gemeinsam den Weg nach Solna (Ort vor Stockholm) anzutreten. Auf Matzes Wunsch hatte ich schon im Vorfeld Karten für das Fussballspiel AIK Solna gegen Hallmstadts BK ergattert und somit stand dem Fussballvergnügen nichts im Wege. So Fussballfans sind auf der ganzen Welt die gleichen, herausragend war eher die schlechte Qualität des Rasens im Nationalstadion Schwedens (ein Wunder, dass dort kein Maulwurf übers Feld rannte) oder die grandiose Leistung des Torwarts von Halmstadt, der mit 100% Sicherheit jedes Mal einen Fehlpass zu geben vernochte. Eine echte Neuentdeckung! AIK gewann dann mit 1:0- alles bestens. Danach gings ins Kellys Bier mit mehr als 3,5% geniessen und zum essen. Danach musste ich aufgrund des U-Bahn-Fahrplanes nach Hause (aufgrund meiner Müdigkeit war ich nicht wirklich traurig) und setzte die Zipfels bei der Rockbar Medusa ab- es gefiel. Montag war dann wieder ein Sonnentag, weswegen ich spontan nicht in die Uni, sondern mit den Zipfels in die Altstadt ging. Abends war dann nochmals Apéro in Lappis angesagt, bevor die Zipfels nochmals die Stadt unsicher machten. Nicht so die Lauri, die blieb wieder brav zu Hause, der Samstag steckte noch immer in den müden Knochen.
Dienstag verabschiedete ich sie nach erfolgreicher Snus-Übergabe (für das Reichi-Schöggeli) am Busterminalen und geniesse seitdem meine Osterferien. Mal sehen, wie viel ich von schwedischen Ostern mitbekomme, bislang scheint alles normal, es stehen sogar güldene Lindt-Schoggihasen in den Supermärkten. Gespannt bin ich lediglich auf die påskkärringar ("Oster-alte-Frauen"), denn Kinder verkleiden sich Ostern als Hexen und sammeln Süssigkeiten (was halt jedes normale Land zu Halloween veranstaltet, wenn es denn etwas veranstaltet). Allerdings bezweifle ich just in dem Moment gerade, dass ich ausgerechnet hier im Studentenwohnheim auf kleine Kinder, die Süssigkeiten wollen, treffe, respektive hoffe ich stark, dass deren Eltern dies zu verhindern wissen.
Somit bleibts an mir Ostern zu gestalten wie ich will, mein Vorhaben Osterzopf wird hoffentlich gelingen, denn ab morgen kommen ja schon die nächsten Besucher. Deswegen wird heute nochmals solo auf den Putz gehauen und ich werde etwas Vegi-Power an einer Schnitzelparty vertreuen.
Glad påsk! Frohe Ostern!
(ja Papi, es ist möglich, dass das schwedische Wort für Ostern ursprünglich mal griechisch war.)

Maulwurf aufm Spielfeld? :-)
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