Kitchen Dinner
...was die Chinesen alles essen...
2. Stock rechts sind Küche und Wohnzimmer zu sehen
Campus Frescati
Ich habe ihn gegessen, rezenten Gruyère und er var jättesmaklig! "Wo?" im Land des Gummikäses mag der aufmerksame Leser fragen- na in der Schweizer Botschaft! Die hier ansässigen Eidgenossen hatten die glorreiche Idee die Schweizer Austauschstudis zwecks meet`n`greet und netwürging in die Botschaft einzuladen, da so ein Knilch eine neue Stelle antrat. Da ich ja nicht erst seit gestern studiere, las ich zwischen den Zeilen und fand vor, was ich vorfinden wollte: Häppchen und Flüssigkalorien. Also ignorierte ich all das grausige Bärn und Züridütsch und spülte den Käse mit zu kaltem Rotwein runter- grandios! Ich kann jedem die Schweizer Botschaft nur wärmstens empfehlen, v.a. als Arbeitsplatz! Wir wurden gestern nämlich in einer der privaten Wohnungen empfangen (nicht schlecht, Herr Specht), die gratis zu haben wäre und der Botschafter echauffierte sich, da die Thaiküchenhilfe Zitronencrème anstatt eines Marzipanrüeblis auf den Kuchen getan hat- hier gibts noch echte Probleme!
Mein Problem war nur die Anwesenheit eines gewissen anderen Knilchs zu ignorieren, doch für etwas ist Frau ja auch mind. 2 Köpfe grösser (PG-homies, ja der).
Echte Adrenalinschübe gibts für mich nur beim joggen. Leider hat das nichts mit meiner Geschwindigkeit zu tun, sondern eher mit der Tatsache, dass ich mich schon mehrfach auf die Fresse gelegt habe. Das letzte Mal so richtig übel am Montag, dabei war ich aus Vorsicht mit Wanderschuhen im Wald (nicht um zu joggen, sondern um Fotos für euch zu knipsen, da endlich die Sonne schien). Meine rechte Seite ist nun blau. Doch das Joggen bildet, somit weiss ich, dass es Steinhaufen aus der Bronzezeit, Schottische Hochlandrinder und zur Abwechslung auch mal Elstern, die nicht im Abfall wühlen (die sind so doof, in der City gäbs genug Bling-Bling, das die von den Tussis nur so abpflücken könnten), in den misty woods hier zu sehen gibt.
Ähnlich spannend war der Donnerstag Morgen, da ein riesen Loch in der Türe zum Flur klaffte und ich so lustige Glassplitzer vor meiner Türe vorfand. Da hat wohl einer nachts seinen Code vergessen und in die Tür getreten. Doch wurde schon ohne wenn und aber repariert. Gut zu wissen, denn die nächste Fete steigt am Freitag (vorglühen hier in der Küche, dann gehts weiter zur eigentlichen Party. So ists recht, müssen wir ned putzen). Am letzten Freitag gabs hier dafür ein gemütliches Kitchen Dinner. Ich bastelte eine Spanakopita (eine griechische Spinat-Feta-Teigrolle) und überzeugte alle auf ganzer Linie. Ich ass nur von den Hälften der Gerichte, da v.a. die Asiaten alles mit Fleisch verpesten, doch konnte mich dennoch erfolgreich überessen (Liebe Familie Pechlivanis: ich verhungere immer noch nicht. Keinen Grund zur Sorge oder Fresspaketen!). Das Wochenende blieb auch Samstag günstig, war in einem Pub, in dem es Bier für 24 Kronen gibt (eine Nullstelle streichen und man hat den Europreis), allerdings hatte ich Sonntag so mit mir zu kämpfen, dass ich sicher bin, dass die alkoholophoben Schweden (ich meine die verantwortlichen der regierung, nicht die Konsumenten, die samstags nur bis 15h Zeit zum Alk kaufen haben) da irgendetwas reinpantschen!
Um mich zu entspannen gucke ich ihm Rahmen der "Road to the Oscars" oscarnominierte Filme mit meinen Flurhomies hier, ganz nett, v.a. weil der Laptop des Franzosen auch garantiert an der spannendsten Stelle der Filme abkackt...
Spannend ist die Uni natürlich noch immer nicht, doch ich übe mich in Selbstbeherrschung nicht allen die Köpfe abzureissen (ich wüsste aber wie, denn ich sah auch schon einen komischen, schwedischen Splatter-Horror-Dramen-Film). Hier in Schweden gibt es das jantelagen, das ist ein altes Gesetzt nach dem alle gleich gestellt sind (deswegen spielen auf dem Land ja auch alle einkommensunabhängig Golf), das natürliche survival of the fittest gibt es nicht- leider! Will heissen: man passt sich jeder Tröte an. Somit lerne ich wie man mindmaps anfertigt. Um mich wenigstens einer kleinen Herausforderung stellen zu können, malte ich meinte mit links. Jetzt sieht sie dem Niveau entsprechend auch wenigstens aus, als hätte sie ein Erstklässler gemalt.
Jetzt freue ich mich erstmal auf die kommenden Tage, denn heut Abend hol ich erstmal Harald ab, der vor seiner Liz-Lernerei in der Schweiz flüchtet. Bin also wieder in besten Händen und ich hoffe ihr seid es auch!

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